Legehybride

Legehybride

Legehydriden sind spezifisch für die professionelle Eierproduktion gezüchtet und um eine Höchstleistung im Eierlegen zu vollbringen. Dafür bleiben sie eher dünn und setzten somit wenig Fleisch an. Sie unterscheiden sich wesentlich von anderen Hühnerrassen, darin, dass sie früher mit dem Eierlegen beginnen, viel mehr Eier legen und die sehr hohe Eiproduktion stellt eine enorme Belastung des Kalzium- und Knochenstoffwechsels dar, wodurch sie ein erhöhtes Risiko für Knochenprobleme haben.

In der Schweiz wurden im Jahr 2024 rund 4,49 Millionen Legehennen registriert. Nach der Aufzucht kommen die Hennen etwa ab der 18. Lebenswoche in die Legebetriebe. In der Schweiz sind Bestände von bis zu 18'000 Legehennen pro Betrieb erlaubt.

Auf der Tierliwiese machen wir immer wieder die Erfahrung, dass unsere neu aufgenommenen Legehybriden viele typische Verhaltensweisen zunächst kaum oder gar nicht zeigen. Manche kennen es beispielsweise nicht, auf erhöhten Sitzstangen zu sitzen, aus offenen Wassergefässen zu trinken, ausgiebig zu sonnen oder ein Sandbad zu nehmen. Dabei gehören diese Verhaltensweisen grundsätzlich zum natürlichen Verhaltensrepertoire von Hühnern.

Nachdem die Hühner nun im Durchschnitt ein Jahr lang Eier gelegt haben, folgt für sie die sogenannte "Ausstallung".

Die Hühner legen zu diesem Zeitpunkt weiterhin Eier. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Legeleistung jedoch: Die Anzahl der gelegten Eier nimmt im Verlauf der Zeit ab, und auch die Eiergrösse und die Schalenqualität können sich verändern. Gleichzeitig können innerhalb eines grossen Bestandes einzelne Tiere erkranken oder ihre Legeleistung verlieren. Die einzelnen Kranken ausfindig zu machen und gegebenenfalls zu behandeln, ist jedoch nicht wirtschaftlich genug. In der professionellen Eierproduktion wird der Hühnerbestand deshalb als Produktionseinheit betrachtet und zu einem bestimmten Zeitpunkt als Ganzes ersetzt.

Und was heisst nun "ausgestallt"?

Kurz gesagt: Die Hühner kommen in den Schlachthof. Dies obwohl ihre Lebenserwartung noch mehrere Jahre beträgt. Einige wenige erhalten die Möglichkeit auf ein zweites Leben, wie z.B. unsere Legehydriden auf der Tierliwiese. Hier werden sie bei Bedarf gegen Krankheiten behandelt, womit wir schon viele Erfolge hatten bei denen sich die Hühner erholt haben. Sie zeigen uns täglich, dass Legehydriden weit mehr können als Eier auf Hochleistung zu legen und sind äussert neugierige, freche und menschenbezogene Hühner.